ranke

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Projektrelevante Publikationen

Wimmer, M. (2020) «Mikrologien vergangenen Lebens». Basel: Seminar für Medienwissenschaft (Basel Media Culture and Cultural Techniques Working Papers). doi: 10.5451/unibas-ep78149.   edoc | Open Access
Wimmer, M. (2020) «Theater ohne Zuschauer», Parlament der Dinge, Tiere, Pflanzen und Algorithmen: No 1 "Theater als Taubenschlag". (Theater Neumarkt, Zürich), S. 3.   
Wimmer, M. (2020) «Kompost und Vermischung», Parlament der Dinge, Tiere, Pflanzen und Algorithmen: No 1 "Theater als Taubenschlag". (Theater Neumarkt, Zürich), S. 19.   
Wimmer, M. (2020) «Rezension von Hoffmann, Christoph 2018: Schreiben im Forschen: Verfahren, Szenen, Effekte. Historische Wissensforschung. Essay 1, hg. v. Caroline Arni, Stephan Gregory u.a. Tübingen: Mohr Siebeck, VI, 269 S., 24,00, Euro ISBN 978-3-16-156320-1, eISBN 978-3-16-156321-8, DOI 10.1628/978-3-16-156321-8 (gedruckt und elektronisch lieferbar mit Namens- und Sachregister)», NTM Zeitschrift für die Geschichte der Wissenschaften, 28(4), S. 00-00.   
Wimmer, M. (2019) «Revisions and Revisionisms in H.O. Meisner’s Modern Diplomatics of Files: An Essay in the Historical Anthropology of Bureaucratic Mediocracy», Administory. Zeitschrift für Verwaltungsgeschichte. Sciendo, 4(1), S. 87-109. doi: 10.2478/adhi-2019-0006.   edoc
Wimmer, M. (2019) «Aby Warburg (1866-1929). Reiterating the Pathways of Antique Traditions», History of Humanities. The University of Chicago Press, 4(2), S. 299-304. doi: 10.1086/704818.   edoc
Wimmer, M. (2019) «Josephine Miles (1911-1985): Doing Digital Humanism with and without Machines», History of Humanities. The University of Chicago Press, 4(2), S. 329-334. doi: 10.1086/704850.   edoc
Wimmer, M. (2018) «[Review of] Ernst Müller, Falko Schmieder, Begriffsgeschichte und historische Semantik. Ein kritisches Kompendium, (suhrkamp taschenbuch wissenschaft 2117) Berlin: Suhrkamp 2016. 1.027 S., Euro 30,00. ISBN 978‐3‐518‐29717‐9», Berichte zur Wissenschaftsgeschichte. Wiley, 41(1), S. 112-113. doi: 10.1002/bewi.201801881.   edoc
Wimmer, M. (2018) «Gehirnausstülpungen: Zur Wissenschaftsgeschichte intellektueller Arbeit», Berichte zur Wissenschaftsgeschichte. Wiley, 41(4), S. 449-452. doi: 10.1002/bewi.201801915.   edoc
Wimmer, M. (2018) «Das Kapital neu lesen», WerkstattGeschichte. Klartext, (77), S. 111-116.   edoc
Wimmer, M. (2017) «Review of Peter Schöttler, Die »Annales«-Historiker und die deutsche Geschichtswissenschaft (Tübingen: Mohr Siebeck 2015)», Berichte zur Wissenschaftsgeschichte. Wiley, 40(1), S. 94-96. doi: 10.1002/bewi.201701825.   edoc
Wimmer, M. (2017) «Zur Ökonomie des Dilettantismus: Aby Warburgs Kredit», Neue Rundschau. S. Fischer, 128(3), S. 69-81.   edoc
Wimmer, M. (2017) «Review of Uwe Fleckner and Peter Mack, eds., The Afterlife of the Kulturwissenschaftliche Bibliothek Warburg: The Emigration and the Early Years of the Warburg Institute in London (Berlin and Boston: De Gruyter, 2015)», History of Humanities. The University of Chicago Press, S. 300-303. doi: 10.1086/690592.   edoc
Wimmer, M. (2017) «The Afterlives of Scholarship: Warburg and Cassirer», History of Humanities. Chicago University Press, 2(1), S. 245-270. doi: 10.1086/690581.   edoc
Wimmer, M. (2016) «‹Papierorganismen: Stummes Material und verkörperte Zeit in den Archiven,› in: (eds.),», in Schmieder, F. und Weidner, D. (Hrsg.) Ränder des Archivs: Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf das Entstehen und Vergehen von Archiven. Berlin: Kadmos, S. 47-71.   
Wimmer, M. (2015) «Rankes Quellen», Historicum : Zeitschrift für Geschichte. Aktionsgemeinschaft ÖSU, Neue Folge I-II, S. 46-63.   edoc
Wimmer, M. (2015) «The Present as Future Past: Anonymous History of Historical Times», Storia della storiografia. Fabrizio Serra, 68, S. 165-184. doi: 10.1400/240647.   edoc
Wimmer, M. (2015) «Conceptual History: Begriffsgeschichte», in Wright, J. D. (Hrsg.) International Encyclopedia of the Social & Behavioral Sciences. Oxford: Elsevier, S. 548-554. doi: 10.1016/B978-0-08-097086-8.03074-9.   
Wimmer, M. (2014) «Kantorowicz’s Oaths: A Californian Moment in the History of Academic Freedom», Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften. Studienverlag, 25(3), S. 116-147.   edoc
Wimmer, M. (2014) «Review of Bernhard Kleeberg, ed. Schlechte Angewohnheiten: Eine Anthologie 1750-1900», Isis, 105(3), S. 654-655. doi: 10.1086/679158.   
Wimmer, M. (2013) «Register», in Frietsch, U. und Rogge, J. (Hrsg.) Über die Praxis des kulturwissenschaftlichen Arbeitens. Ein Handwörterbuch. Bielefeld: Transcript (Mainzer Historische Kulturwissenschaften), S. 340-345. doi: 10.14361/transcript.9783839422489.   edoc | Open Access
Wimmer, M. (2013) «Dispositiv», in Frietsch, U. und Rogge, J. (Hrsg.) Über die Praxis des kulturwissenschaftlichen Arbeitens. Ein Handwörterbuch. Bielefeld: Transcript (Mainzer Historische Kulturwissenschaften), S. 123-128. doi: 10.14361/transcript.9783839422489.   edoc | Open Access
Wimmer, M. (2013) «On sources: Mythical and historical thinking in fin-de-siècle Vienna», Res, 63-64, S. 108-124. doi: 10.1086/690981.   
Wimmer, M. (2012) Archivkörper: Eine Geschichte historischer Einbildungskraft. Paderborn: Konstanz University Press.   edoc
Wimmer, M. (2012) «Der Geschmack des Archivs und der Historische Sinn», Historische Anthropologie, 20(1), S. 90-107.   
Wimmer, M. (2012) «Sammelwut: Über eine Zeitdiagnose der jungen Sexualwissenschaft vor dem Abgrund ihres Archivs», Traverse, (3), S. 67-80.   
Wimmer, M. (2012) «Über die Wirkung geschichtswissenschaftlicher Texte, oder warum impact eine zu einfache Lösung für ein komplexes Problem ist», Schweizerische Zeitschrift für Geschichte, 62(2), S. 217-238.   
Wimmer, M. (2012) «Verkehr: Rhythmus 21 und die elementaren Bewegungsformen der Moderne», in Bareither, C. und [et al.] (Hrsg.) Hans Richters Rhythmus 21: Schlüsselfilm der Moderne. Würzburg: Königshausen & Neumann, S. 158-171.   
Wimmer, M. (2011) «Abstraktion durch Anschaulichkeit. Wirtschaftliche Haushalts- und Lebensführung in der Zwischenkriegszeit», L’Homme, 22(2), S. 129-142.   
Ash, M. G. und Wimmer, M. (2011) «Kastalia. Zur Interpretation einer Statue im Arkadenhof der Universität Wien im Kontext der Wiener Moderne», Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs, 55, S. 1137-1156.   
Kwaschik, A. und Wimmer, M. (Hrsg.) (2010) Von der Arbeit des Historikers: Ein Wörterbuch zu Theorie und Praxis der Geschichtswissenschaft. Bielefeld: transcript Verlag (Histoire, 19).   edoc
Wimmer, M. (2010) «’Ein Toast auf das langsame Buch!’ Ein Gespräch mit Randolph Starn über ungeschriebene Bücher», Zeitenblicke, 9(2), S. n/a. doi: 0009-9-25888.   
Wimmer, M. (2009) «‹Das ist wie ein künstlerischer Arbeitsprozess›: Ein Gespräch mit Ulrich Raulff über die Geschichte von Ideen, geführt von Mario Wimmer», Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, 20(1), S. 181-194.   
Wimmer, M. (2007) «Die Lagen der Historik», Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, 18(2), S. 106-125.   
Wimmer, M. (2005) «Unter den Talaren. Bemerkungen zur Wiedereinfuhrung der Amtstracht (1926) und der Einführung des Professorentalars (1965) an der Universität Wien», Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, 16(2), S. 129-138.   
Perz, B., Schindler, C., Sturminger, C. und Wimmer, M. (Hrsg.) (2004) Das Gedächtnis von Mauthause. Wien: Bundesministerium für Inneres.   edoc
Perz, B. und Wimmer, M. (2004) «Geschichte der Gedenkstätte», in Perz, B., Schindler, C., und [et al.] (Hrsg.) Das Gedächtnis von Mauthausen. Wien: Bundesministerium für Inneres, S. 58-75.   edoc
Wimmer, M. (2004) «Oral History: Materialität und Medialität», in Bauer, I. und [et al.] (Hrsg.) Kunst - Kommunikation - Macht: Sechster Österreichischer Zeitgeschichtetag 2003. Innsbruck: Studienverlag, S. 148-153.   
Wimmer, M. (2002) «Archive, Akten, Zettelkästen [Review Esssay]», Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, 13(3), S. 150-154.   

Ranke's Blindness (Buchprojekt

In meinem aktuellen Buchprojekt schreibe ich eine Geschichte eines “gewöhnlichen Historikers”, wie ihn sein Kollege an der Berliner Universität der Philosoph G.W.F. Hegel bezeichnete. Dabei handelt es sich um niemand geringeren als Leopold Ranke, der diesseits und jenseits des Atlantiks als eine der Gründungsfiguren der modernen Geschichtswissenschaft gilt. Bis heute werden Ranke grundlegende methodische Neuerungen und fest etablierte historische Argumentationsfiguren zugeschrieben.

In der Tradition einer historischen Epistemologie der Geisteswissenschaften versuche ich grundlegende Fragen nach den Bedingungen und Möglichkeiten von Erkenntnis aufgrund konkreter mikrohistorischer Studien zu beantworten. Dementsprechend folge ich Ranke durch den Alltag seines Arbeitslebens und zeige anhand von veröffentlichtem und unveröffentlichtem Archivmaterial, wie sich aus der Praxis der historischen Arbeit eine spontane Theorie der Geschichte abhebt. Dabei liegt mir daran, zu Zeiten, wie die konkrete intellektuelle Arbeit und die Vorstellungen von Geschichte weit über die Einzelperson hinausreichen. Gelegentlich geben sie selbst Aufschluss darüber, wie unser Verständnis vom Verhältnis zur Vergangenheit als Geschichte fundamentale Einsichten in die Charakterisierung von Kultur und Gesellschaft erlauben. So zeigt sich in der Tradition der Mentalitätengeschichte etwa welche Empfindungen, Vorstellungen und Denkweisen der offizielle Historiker des Preussischen Staats  mit dem letzten Untertanen des Königs teilt.

Im Zentrum meines Interesses steht Rankes Spätwerk an einer Weltgeschichte. Dabei verfolge ich wie der beinahe erblindete Erfinder der kritischen Methode über fast zwei Jahrzehnte mit den Händen und Augen seiner Amanuensen arbeitete. Diese Konstellation erlaubt es Fragen nach dem Charakter intellektueller Aktivität als historischer Arbeit, nach dem intellektuellen Kredit für anonym zirkulierende Praktiken oder der Herstellung von Autorschaft zu stellen. So wird deutlich, welche Medien die Vorstellungen von Geschichte und Geschichtswissenschaft im Zeitalter des Historismus geprägt haben und wie historische Arbeit als mediale Konstellation verstanden werden kann, als “intellectual form”, wie es Johan Huizinga formulierte, “with the power to fill our imagination”. Nicht zuletzt beschäftigt mich die Frage, wie diese Geschichte eines hegemonialen Denkens über die Vergangenheit und die kulturelle Tatsache der Vorstellung an einen historischen Sinn so dargestellt werden muss, um damit einen Beitrag zu einer historischen Anthropologie von im Entstehen befindlicher Rationalitäten zu leisten und damit zu zeigen, wie ein Geschichtlichkeitsregime als eine Provinz historischen Wissens aus sich selbst heraus zum Einsturz gebracht werden kann.