KEYSTONE/STR

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Eliseo Galli MA
Lehrbeauftragter
Assistent / Doktorand
Eliseo Galli
Philosophisch-Historische Fakultät
Departement Künste, Medien, Philosophie
Fachbereich Medienwissenschaft

Lehrbeauftragter

Seminar für Medienwissenschaft
Holbeinstr. 12
4051 Basel
Schweiz

eliseo.galli@unibas.ch


Philosophisch-Historische Fakultät
Departement Künste, Medien, Philosophie
Professur Krajewski

Assistent / Doktorand

Holbeinstrasse 12
4051 Basel
Schweiz

eliseo.galli@unibas.ch

Studium der Geschichte und Skandinavistik an der Universität Zürich. Masterabschluss im Mai 2022 zum Thema „Forced labour in the post-war international order. The work and influence of the joint UN-ILO Ad Hoc Committee on Forced Labour during the early 1950s“. Zwischen 2022 und 2024 arbeitstätig in der Schweizer Bundesverwaltung (Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten) und im Bereich der internationalen Zusammenarbeit. Seit November 2024 am Lehrstuhl Krajewski als Doktorand und Assistent.

Überwachung ist seit langem ein zentrales Instrument staatlicher Macht. Im ideologisch geprägten Kalten Krieg setzten Staaten immer komplexere Techniken ein, um vermeintliche Bedrohungen zu erfassen und kontrollieren. Auch in der neutralen Schweiz kam mit dem 1989 Fichenskandal ein weitreichendes Überwachungssystem ans Licht, das die systematische Registrierung der eigenen Bevölkerung offenlegte. Doch wie funktionierte dieses System, und welche Rolle spielten Ideologie und Medientechnik in seinen Arbeitsabläufe?

Das Forschungsprojekt untersucht die Überschneidung von staatlicher Überwachung, Medientechniken und den Ängsten des Kalten Krieges in der Schweiz. Es fragt: Wie prägten die Dynamiken des Kalten Krieges und der gesellschaftspolitische Kontext der Schweiz die verschiedenen Techniken und Technologien, mit denen die Bundespolizei Wissen über die Bevölkerung erzeugte, ordnete und nutzbar machte?

Der Staatsschutz in der Schweiz ging im späten 19. Jahrhundert aus der Angst vor anarchistischen Bewegungen hervor, nahm aber in der Zwischenkriegszeit und mit Beginn des Kalten Krieges einen stark antikommunistischen Charakter an. Der Antikommunismus wurde zum kulturellen Code, der weite Teile der Bevölkerung durchdrang. Die Überwachung richtete sich gegen viele Menschen, die mit der politischen Linken in Verbindung standen.

Das Projekt verfolgt zwei Dimensionen: Erstens richtet es den Blick auf die Ideologie des Überwachungssystems, den Antikommunismus, und darauf, wie soziale, kulturelle und historische Faktoren politische Prozesse und das Alltagsleben beeinflussten. Zweitens untersucht es die Techniken der Überwachung. Dazu gehören nicht nur die Mittel der Informationsbeschaffung, sondern vor allem das Informationsmanagement. Im Zentrum steht das (geheime) Archiv der Bundespolizei, verstanden als Infrastruktur wie auch als Ort der Wissensproduktion: das Fokus liegt auf den Weg der Information von der Beobachtung zur Akte, die Verdachtskategorien, die darüber entschieden, wer fichiert wurde, die beteiligten Akteure, und die Wirkung der Akten auf die Gesellschaft.

Theoretisch bildet Michel Foucaults Begriff des Dispositivs den übergreifenden Rahmen. Er erlaubt es, Überwachungstechniken, Archivpraktiken, Institutionen, Diskurse und ideologische Überzeugungen als ein zusammenhängendes Macht- und Wissensgefüge zu untersuchen. Mit Foucaults Arbeiten zu Archiv und Disziplinarmacht lässt sich fragen, wie Wissen erzeugt wird und wie Macht über Beobachtung, Registrierung und Kontrolle wirkt. Die Akte wird dabei als Medientechnik des Verwaltens und Regierens betrachtet. Bruno Latours Actor-Network-Theory schärft den Blick für das Zusammenspiel menschlicher und nichtmenschlicher Akteure, von Beamten über Karteikarten bis zu früheren Datenbanksystemen.

Das Projekt legt die Medientechniken der Überwachung im Kalten Krieg frei, rekonstruiert aber auch ein kritisches Kapitel der Schweizer Geschichte und trägt zu allgemeineren Fragen nach der Beziehung von Macht, Wissen und Kontrolle bei. Angesichts der Ausweitung digitaler Überwachung im 21. Jahrhundert bietet die Analyse dieser historischen Mechanismen Einblicke in die anhaltenden Spannungen zwischen Sicherheit, Privatsphäre und Demokratie.

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