Assistentin / Doktorandin
Holbeinstrasse 12
4051 Basel
Schweiz
Studium der Medienwissenschaft (M.A.), Deutschen Philologie (M.A.) und Soziologie (B.A.) an der Universität Basel; während des Studiums langjähriges Wirken in der Fachgruppe für Medienwissenschaft. Abschluss des Masterstudiums in Deutscher Philologie im Dezember 2022 mit einer Arbeit zum Thema „‘Ich habe alles verstanden.’ Decodierungseffekte einer Filmästhetik des Surrealen in Ingeborg Bachmanns Malina“. Seit Februar 2023 Assistentin an der Professur von Prof. Dr. Ute Holl. Daneben als Leiterin Kommunikation bei der MusikSpitexsowie als Co-Präsidentin des Basler Filmvereins KinoKonkav tätig. Das Dissertationsprojekt wird von Prof. em. Dr. Ute Holl und Prof. Dr. Patricia Purtschert betreut.
Das Dissertationsprojekt widmet sich aus medienwissenschaftlicher Perspektive der Forschungsreise von Jolantha Tschudi (1925–2011) und Elsy Leuzinger (1910–2010), die 1954/55 im Auftrag ethnologischer Forschung nach Nigeria reisten. Tschudi, Segelflugpionierin und Ethnologiestudentin in Neuenburg, und Leuzinger, Konservatorin am Völkerkundemuseum Zürich und ab 1956 erste Direktorin des Museums Rietberg, brachen mit Foto- und Filmkamera sowie Tonbandgerät auf. Das medientechnische Instrumentarium prägte die Reise ebenso wie die Erwartungen, die ihr vorausgingen.
Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage, wie Wissen durch mediale Praktiken erzeugt, geordnet und vermittelt wird. Das Projekt geht davon aus, dass die Bilder und Erzählungen, die aus einer solchen Reise hervorgehen, nicht einfach dokumentieren, was vorgefunden wurde, sondern aus spezifischen Anordnungen des Blicks hervorgehen – aus Techniken, Konventionen und Wissensbeständen, die bereits vor der Abreise wirksam waren. Untersucht wird entsprechend nicht allein, was Tschudi und Leuzinger gesehen und festgehalten haben, sondern unter welchen Bedingungen ihr Sehen überhaupt möglich wurde.
Die Arbeit verbindet dazu medientheoretische Ansätze mit einer historischen Fallstudie und fragt nach den Infrastrukturen, Netzwerken und institutionellen Zusammenhängen, in die das Unternehmen eingebettet war. Dabei rückt auch das Verhältnis zwischen dem Gesammelten und dem später tatsächlich Veröffentlichten in den Blick und damit die Frage, was in der Schweiz der 1950er-Jahre sichtbar wurde und was nicht.
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