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Publikationen, Vorträge und Lehrveranstaltungen

Publikationen
Cronjäger, Lisa: „Bäume für das neue Jahrtausend. Die Vorstellung einer genauen Ressourcenverwaltung im Kreislaufprinzip.“, in: Aurea Klarskov/Lucas Knierzinger/Larissa Dätwyler (Hg.):  Imagination und Genauigkeit. Passagen - Grenzen – Übertragungen. Berlin: Neofelis 2021 (im Peer-Review Verfahren).

Vorträge
„Über Laubsammeln. Nachhaltigkeit und diskriminierte Praktiken“, Kolloquiumsvortrag, Seminar für Medienwissenschaft, Universität Basel, 17.05.2019.

„Lesen fürs Klima: Naomi Klein“, Workshop mit Mirjam Hähnle bei der Swiss Sustainability Week, Universität Basel, 05.03.2019.

 „Genauigkeit bei der Vermessung und Beschreibung fremder Wälder“, Kolloquiumsvortrag, Institut für Geschichte, Universität Wien, 09.01.2019.

 „The Curated Forest. Seeing Aesthetically and Scientifically“, The Making of the Humanities-Conference, University of Amsterdam, 16.11.2018.

„Die Forsteinteilung als nachhaltige Kulturtechnik?“, Jahrestagung der Gesellschaft der Wissenschaften für Medizin und Technik (GWMT), Universität Bochum, 14.09.2018.

„Nachhaltigkeit in forstwissenschaftlichen Reiseberichten“, Doktorierendenworkshop „Nachhaltigkeit vor 1900“, Universität Göttingen, 02.03.2018.

Projektpräsentation im Forschungskolloquium “Sustainability Research. Current Topics, Theories and Methods”, Universität Basel, 12.04.2018.

„Nachhaltigkeit und Kulturtechniken“, Kolloquiumsvortrag, Seminar für Medienwissenschaft, Universität Basel, 03.11.2017.

„Kuhle Wampe oder wem gehört die Welt? Wirtschaftskrise und politische Initiative im Filmraum“, Vortrag anlässlich der Absolvierendenfeier des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte, Humboldt-Universität zu Berlin, 16.05.2014.

Lehre
„Was ist nachhaltig?“, Proseminar am Seminar für Medienwissenschaft, Universität Basel, HS 2018. 

„Spekulationskrisen in einer interdisziplinären Betrachtung“, Projekttutorium, Humboldt-Universität zu Berlin, SoSe 2014 und WiSe 2014/15.

Lisa Cronjäger

Lisa Cronjäger hat Kulturwissenschaft und Kunst-/Bildgeschichte in Berlin an der Humboldt-Universität studiert und 2017 mit einer Arbeit zum Nachhaltigkeitsbegriff in Reiseberichten über die Wälder in Finnland (1859) abgeschlossen. Während ihres Studiums arbeitete sie u.a. als studentische Hilfskraft im Filmszenographie-Projekt des Sonderforschungsbereichs „Transformationen der Antike“. 2015/16 verbrachte sie zwei Erasmus-Auslandssemester an der University of Helsinki, wo sie sich mit anthropologischen Perspektiven auf Umweltkonflikte befasste und ein Grundlagenstudium der finnischen Sprache und Kultur absolvierte. Seit 2017 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im SNF-Sinergia-Projekt „Medien der Genauigkeit“ und verfolgt ein Promotionsprojekt zu Kulturtechniken der Nachhaltigkeit in der Forstwissenschaft des 19. Jahrhunderts. 

Nachhaltigkeit und Genauigkeit bei der Vermessung und Beschreibung fremder Wälder

Welche Praktiken galten im 19. Jahrhundert als nachhaltig oder nicht nachhaltig? In welchem Zusammenhang standen diese Bewertungen mit Waldnutzungskonflikten? Ausgehend von forstwissenschaftlichen Lehrbüchern, Reiseberichten, Zeitschriftenartikeln und alternativen Quellen untersucht Lisa Cronjäger in ihrer Dissertation, wie Verfahren der Forsteinteilung Vorstellungen von Nachhaltigkeit prägten.

 „Gegenwärtige und künftige Holzerträge“ möglichst genau ermitteln zu können, wurde ab 1800 als nachhaltige Forstverwaltung verstanden. Diese Zielsetzung sollte über die Taxation, also Verfahren der Wertabschätzung von Wäldern, erreicht werden. Karten und sogenannte Holzertragstabellen spielten dabei eine große Rolle. Mit der Kulturtechnikforschung als medienwissenschaftliche Methode, die von den Science and Technology Studies inspiriert ist, werden einzelne Arbeitsschritte der Forsttaxation und die Wechselwirkungen zwischen Praktiken, Medien, Zeichensystemen, Umwelten, menschlichen und nicht-menschlichen Akteuren analysiert. Welche Vorstellungen vermittelten Taxationskarten von idealen Waldbeständen? Auf welche Weise legitimierten die einzelnen Arbeitsschritte Grenzziehungen im Wald? Wie wurden Praktiken der Subsistenz, zum Beispiel der Allmendewirtschaft, aus der Perspektive einer nachhaltigen, geregelten Forstwirtschaft eingeordnet? 

Das Promotionsprojekt beleuchtet den Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeitsvorstellungen und Monokulturen in der sich wissenschaftlich etablierenden Forstwirtschaft des 19. Jahrhunderts und versteht sich als ein Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte. Damit knüpft es an Publikationen der Umweltgeschichte an, die insbesondere subalterne Praktiken, wie beispielsweise die Waldweide und den Waldfeldbau (agroforestry), thematisieren. Es sind gerade diese dezentralen Praktiken der Waldnutzung, die im 19. Jahrhundert als nicht nachhaltig verboten wurden und heute angesichts von Klimawandel und globaler Ungleichheit als Praktiken der Resilienz gelten.

Betreut von Markus Krajewski, Universität Basel und Anna Echterhölter, Universität Wien.

Mehr zu diesem Projekt unter: https://www.genauigkeit.ch/team/cronjaeger/de/index.html