Klaus Neumann-Braun

Prof. Dr. Klaus Neumann-Braun


Professor (Professur Neumann-Braun)

Büro

Holbeinstrasse 12
4051 Basel
Schweiz


Bildungsbiographie

Klaus Neumann-Braun studierte an der Eberhard Karls Universität Tübingen und nachfolgend an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br. Soziologie mit den Nebenfächern Psychologie, Erziehungswissenschaft und Ethnologie.
Er legte 1978 in Freiburg sein Examen (Magister Artium) ab, 1982 promovierte er dort mit der sozialisationstheoretisch ausgelegten Dissertation Der Beginn der Kommunikation zwischen Mutter und Kind. Strukturanalyse der Mutter-Kind-Interaktion (1983).
1993 habilitierte er sich an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg im Fach Soziologie mit der medien- und kommunikationssoziologischen Habilitationsschrift Rundfunkunterhaltung. Zur Inszenierung publikumsnaher Kommunikationsereignisse (1993).

Lehr- und Forschungstätigkeit

Von 1992 bis 2005 übte Klaus Neumann-Braun im Rahmen von soziologischen sowie medien- und kommunikationswissenschaftlichen Professuren seine Lehr- und Forschungstätigkeiten an den Universitäten Trier, Frankfurt/Main, Koblenz-Landau/Campus Landau aus sowie 2002 als Gastprofessor an der Universität Wien, wo er weiterhin bis heute als Lehrbeauftragter wirkt. Weitere Lehraufträge erfolgten in Freiburg i.Br., Siegen, Luzern, Portland/Oregon/USA.

Seit 2005 ist er Professor für Medienwissenschaft am Seminar für Medienwissenschaft (s/f/m) im Departement „Künste, Medien, Philosophie“ an der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Basel.
Im Rahmen des BA-/MA-Studienangebots leitet er das Modul „Medien Kommunikation Gesellschaft“ (MKG). Seine Forschungsschwerpunkte sind Medien-und Kommunikationswissenschaft sowie Kultursoziologie, Populärkulturanalysen, Publikums-, Wirkungs- und Rezeptionsforschung, Digital Media Studies (insb. Visuelle Kommunikation im Social Web), Interpretative Methoden der Medien- und Sozialforschung (insb. Visuelle Hermeneutik und Medienethnografie) sowie Jugendmedienschutz und Medienkompetenzförderung.
Seit 2010 ist er Vertreter des Bereichs Wissenschaft im Beirat (Advisory Board) des Safer Internet Centers Deutschland (Saferinternet.de), Teil des Safer Internet Programms der EU (Leading House: Landesanstalt für Medien, Rheinland-Pfalz).

Von 2013 bis 2016 war er Forschungsdekan der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Basel.

Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher und Artikel in Fach- und Publikumszeitschriften. Gemeinsam mit Henry Keazor und Axel Schmidt gibt er im Nomos Verlag die Reihe Short-Cuts | Cross Media heraus.
Seit 2012 ist er Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Fachzeitschrift „Pop. Kultur und Kritik“ (Transkript Verlag). Er wirkte an der Herausgabe der beiden im Merian Verlag Basel erschienenen Publikationen Herausgefordert. Die Geschichte der Basler Zeitung (Walter Rüegg, 2012) und On Air. Dreissig Jahre Lokalradio in der Schweiz (zus. m. Walter Rüegg, Roger Thiriet, 2013) mit, die 2013 bzw. 2014 von der Stiftung Buchkunst (Frankfurt/Main) mit dem Preis „Eines der schönsten Bücher des Jahres“ in der Kategorie Wissenschaftliche Bücher ausgezeichnet wurden.

Unter der Projektleitung von Klaus Neumann-Braun wurden und werden die Web-Applikationen trAVis und TRAVIS GO zur Analyse und Annotation audiovisueller Medienprodukte entwickelt

Die beiden gegenwärtig von ihm (co-)geleiteten und durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderten Forschungsprojekte widmen sich den Forschungsthemen „Schulische Bildung und Digitalisierung“ sowie „Zukunft des Schweizerischen Service Public im Spiegel von Mediengenerationen (junge Zielgruppen) und Milieus“.

Über das Modul "Medien – Kommunikation – Gesellschaft" (MKG) / früher "Gesellschaft und Politik" (GuP)

Die genannten Lehr- und Forschungsschwerpunkte werden im Modul MKG angeboten, das Teil des bestehenden fünfgliedrigen Curriculums Medienwissenschaft ist. Die Phil.-Hist. Fakultät hat 2002 das fünfgliedrige Modell der Medienwissenschaften curricular festgeschrieben. Das interdisziplinäre sog. "Basler Modell" hat folgenden modularen Aufbau:

  1. Modul "Grundlagentheorien der Medien" (heute: "Grundlagentheorien der Medienwissenschaft"): Analyse der Geschichte der Medien als Instanz kultureller Vermittlung – im Spiegel der Medien- und Kommunikationstheorien sowie ihrer eigenen Wissenschaftsgeschichte.
  2. Modul "Gesellschaft und Politik" (heute: "Medien – Kommunikation – Gesellschaft"): Analyse der Medienkommunikation und Mediengesellschaft mit dem Fokus auf soziologische, ökonomische, politische und rechtliche Fragestellungen.
  3. Modul "Wahrnehmung, Medienästhetik und Medienkulturen" (heute: "Medienästhetik"): Analyse der sich zunehmend intermedial reflektierenden Ästhetiken (Photographie, Film, Radio, Fernsehen, Video, performative Künste) im Kontext der Konvergenz und Divergenz der Darstellungsformen und Wahrnehmungsweisen (Text-, Ton-, Bildmedien).
  4. Modul "Medientechnologien": Wissenschaftsgeschichte und Strukturanalyse der technischen Medien: Analyse der medialen Bedingungen und epistemischen Modelle der technischen Medien, von der Schrift über die klassischen (optischen und akustischen) Medien bis zu den digitalen Formen der Speicherung, Übertragung und Codierung von Daten beliebigen Formats. Verbindung von wissenschaftsgeschichtlich und technologisch orientierten Untersuchungen.
  5. Modul "Medienpraktische Kurse": Vermittlung einer zeitgemässen multimedialen Kompetenz an der Schnittstelle von Theorie und Praxis, mit primär kulturjournalistischem Fokus auf die Bereiche print- und internetbasierte Medien, Photographie, Film, Radio und Fernsehen. Das Spektrum reicht von der Werbekommunikation und Interviewtechniken bis zu medienästhetisch orientierten Formen der Gestaltung (Features, Essays usw.).

Das "Basler Modell" ist explizit interdisziplinär ausgerichtet und die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften werden in einer für die Schweiz einmaligen Kombination verbunden (Alleinstellungsmerkmal). Der strukturell verankerte Einbezug von Medientechnologie und Informatik (Modul 4) soll den Anschluss der Medien- und Sozialwissenschaften an die Forschungen zu technologischen Grundlagen und Wandlungsdynamiken der heute fortschreitend digital gestützten Medienkommunikation sicherstellen. Die fünf Module sind wie ersichtlich komplementär aufeinander bezogen und sollen mit Blick auf die geforderte berufsfeldorientierte Ausbildung in den BA/ MA-Studiengängen einen Theorie-Praxis-Transfer in gegebener Breite und Tiefe ermöglichen.

Das Modul "Medien – Kommunikation – Gesellschaft" widmet sich also im Besonderen der Analyse der Medienkommunikation und Mediengesellschaft mit dem Fokus auf medien- und kultursoziologische, ökonomische, politische und rechtliche Fragestellungen. Es ist an der Schnittstelle von Medien-/Kommunikationswissenschaft und Sozialwissenschaft/Soziologie angesiedelt.

Schwerpunkte in Lehre und Forschung

 

  • Medien- und Kommunikationswissenschaft und Kultursoziologie
  • Populärkulturanalysen
  • Publikums-, Wirkungs- und Rezeptionsforschung
  • Populäre Musik, Musikvideoclips und Musikfernsehen, Short Cuts / Crossmedialität
  • Neue Medien, Social Web, visuelle Kommunikation im Internet
  • Kinder- und Jugendmedienschutz und Medienkompetenz → medienkompetenz.unibas.ch
  • Empirische Methoden der Medien- und Sozialforschung (im Speziellen: visuelle Hermeneutik und Medienethnographie)
  • Media in Practice / Anwendungsbezogene Forschung in Kooperation mit bzw. für Behörden und Unternehmen im Praxisfeld Medien und Kommunikation (z.B. Radio Basel, Schweizer Radio DRS, NDR, WDR, SuperRTL, Thalia, Landesmedienanstalt deutscher Bundesländer, Bundesbehörden (CH/D)
  • Medienökonomie
  • Medienrecht