Assistent / PostDoc
Holbeinstrasse 12
4051 Basel
Schweiz
Dr. Mario Schulze arbeitet an der Schnittstelle von Medien- und Wissensgeschichte, Visual Science and Technology Studies sowie Curatorial und Critical Heritage Studies. Seine Projekte bewegen sich häufig zwischen Disziplinen und Formaten. Sie entfalten sich in Prozessen, die dominante Wissensordnungen irritieren und relationale Formen des Denkens, Zeigens und Publizierens in den Vordergrund rücken. Im Zentrum seiner Forschungen stehen wissenschaftliche Filme und argumentierende Ausstellungen vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart – insbesondere die Provenienzen, Zirkulationen und digitalen Wiederverwendungen dieser Visualitäten und Materialitäten des Wissens interessieren ihn.
Er ist Autor von Wie die Dinge sprechen lernten. Eine Geschichte des Museumsobjektes 1968–2000 (transcript, 2017) und, gemeinsam mit Sarine Waltenspül, von Fließend. Geschichte, Ästhetik und Politik des wissenschaftlichen Films (Konstanz University Press, 2026). Das Buch verfolgt die Wege eines Films aus der Strömungsforschung durch unterschiedliche wissenschaftliche, politische, militärische, künstlerische und digitale Kontexte. Schulzes Texte sind unter anderem in Isis, Representations, Nach dem Film und den Berichten zur Wissenschaftsgeschichte erschienen. Auch Film und Ausstellung sind für ihn Formate des Forschens und Publizierens: Er führte Co-Regie beim Essayfilm unlearning flow (2019) und kuratierte die Ausstellungen Filme des Windes im Kunstraum Lüneburg (2019) sowie, mit Sarine Waltenspül, Fadenspiele / String Figures. Eine forschende Ausstellung im Museum Tinguely Basel (2024/25).
Seine gegenwärtige Forschung widmet sich der kollaborativen und multimodalen Provenienzforschung sowie digitalen Restitution wissenschaftlicher Filmsammlungen. Im von ihm geleiteten Projekt Research Film Provenance (zunächst SNSF finanziert, Spark Grant 220581, nun durch das FDFA gefördert) untersucht er beispielsweise die 16mm-Filmsammlung des ehemaligen Schweizerischen Tropeninstituts in Zusammenarbeit mit der Universität Dar es Salaam. Als Mitglied der interdisziplinären Forschungsgruppe researchfilm.net entwickelt er zusammen mit Moritz Greiner-Petter und Sarine Waltenspül digitale Methoden und Publikationsformate, um Archivfilme sensibel zu reaktivieren. Ihre Interfaces zur Filmsammlung der Encyclopedia Cinematographica sind 2025 mit dem Neu-Whitrow-Preis der International Union for the History and Philosophy of Science and Technology ausgezeichnet wurden.
Nach dem Studium der Kulturwissenschaften, Philosophie und Soziologie an der Universität Leipzig promovierte Mario Schulze in Kulturanalyse an der Universität Zürich. Postdoc-Stationen führten ihn an die Humboldt-Universität zu Berlin, die Zürcher Hochschule der Künste und die Universität Luzern. Er war Fellow am Collegium Helveticum der ETH Zürich, Nomis Fellow bei eikones Basel, Resident der Museumsakademie Graz, sowie Gastwissenschaftler am Centre Alexandre Koyré in Paris. Im Herbstsemester 2021 vertrat er die Professur für Medienästhetik an der Universität Basel.
Digitale Projekte: www.researchfilm.net
Publikationen: ORCID
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